Growing number of SA celebs share Covid-19 diagnosis to encourage others to stay safe

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Leandie du Randt, Jenny Morris and Lieb Bester join the growing list of South African celebrities who have tested positive for Covid-19.

Lieb Bester has been hospitalised for a second time after testing positive for Covid-19 on 24 June.

“It has been a painful and scary journey towards recovery,” said SABC News TV anchor Chriselda Lewis, following her diagnosis.

Actor Leandie du Randt, TV chef Jenny Morris and social media law expert Emma Sadleir are among the growing number of South African celebrities who have tested positive for Covid-19.

Celebrities have been using their platform to break the Covid-19 stigma and encourage their followers to stay safe, by speaking out about their diagnosis and recovery.

Actor Lieb Bester, 72, known for his roles in the TV soaps Villa Rosa and Binnelanders, and who is one of the presenters on Met ‘n Huppel in die Stap on kykNET (DStv 144), is back in hospital after he was hospitalised on 24 June for Covid-19.

The Pretoria Rekord reports that the family of Lieb said that his kidneys are only functioning at 26% because of Covid-19. Lieb’s wife, Annatjie, and his brother André both tested positive for Covid-19.

The well-known Cape Town TV chef Jenny Morris of The Food Network (DStv 175) and Expresso on SABC3, and her husband David, were admitted to Netcare Christiaan Barnard Memorial Hospital after testing positive for Covid-19.

“We have been hospitalised. I’m in Covid ward at Christiaan Barnard hospital with the best doctors. My husband in ICU. He needs oxygen. Thank you for your prayers for our recovery,” Jenny wrote on Instagram on 30 June.

South African social media law expert Emma Sadleir on Twitter shared that she has been hospitalised because of Covid-19.

“I’m in hospital with Covid pneumonia. Feeling indescribably lucky to have got a bed. Thinking of all the people who are feeling so sick and don’t have access to the same resources. Also - both my parents have recovered despite mega-comorbidities. Viva vaccines, viva!” she tweeted.

I’m in hospital with covid pneumonia. Feeling indescribably lucky to have got a bed. Thinking of all the people who are feeling so sick and don’t have access to the same resources ?? Also - both my parents have recovered despite mega comorbidities. VIVA vaccines VIVA! — Emma Sadleir (@EmmaSadleir) July 8, 2021

Leandie du Randt, the presenter of the 6th season of Slank on kykNET, and who also fronted M-Net’s (DStv 101) Love Island South Africa, earlier this year, is also battling Covid-19 and warned: “Covid is real.”

In an Instagram post, she said: “I am now also Covid positive but I am really fine guys, just want to say please be safe and careful in these times. Covid is real. My heart goes out to so many loved ones who have been badly hit by this terrible virus. Grateful for my amazing doctor helping me through this.”

The SABC News (DStv 404) TV anchor Chriselda Lewis on Wednesday revealed that she has also been battling Covid-19. “Late last month I had tested positive for Covid-19. It has been a painful and scary journey towards recovery,” she said on Twitter.

She said: “I will be away for a few more days to regain strength and provide emotional and logistical support to others who are nearing the end of their isolation period.”

ANNOUNCEMENT

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Late last month I had tested positive for COVID-19.

It has been a painful & scary journey towards recovery. I thank the Almighty for giving me more life.

The doctors, my family, friends & colleagues who showed so much love and care. — Chriselda ‘Babes We Ndaba’ Lewis (@Chriseldalewis) July 7, 2021

Olympia 2021: Tennis-Star Andreas Mies über die Tokio-Absage und seine neue Liebe

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Andreas Mies (30) gewann 2019 und 2020 sensationell die French Open im Doppel. Sein Partner Kevin Krawietz (29) muss bei den Olympischen Spielen in Tokio aber auf Mies verzichten. Eine Verletzung macht dem Duo einen Strich durch die Medaillen-Rechnung. BILD traf Mies auf Fuerteventura zum Interview.

SPORT BILD: „Sie sind doppelter Grand-Slam-Sieger, alle Hoffnungen waren in ihr Doppel gesetzt bei Olympia in Tokio. Dafür reicht es jetzt nicht…

Mies: „Ich hatte vor viereinhalb Monaten eine Knie-OP. Die Prognose vom Arzt waren sechs Monate, dass ich wieder an Wettkampf denken kann. Olympia kommt zu einfach einen Monat zu früh.“

SPORT BILD: „Was macht das mit einem, wenn man so eine Verletzung hat? Gerade vor Olympia?“

Mies: „Es ist ein Traum für jeden Sportler bei Olympia dabei zu sein. Jeder träumt davon, von klein auf. Es war ein großes Ziel von Kevin und mir. Das Timing ist einfach so ungünstig. Aber ich bin erst 30 und habe in drei Jahren dann vielleicht noch mal die Chance, bei Olympia dabei zu sein.“

SPORT BILD: „Letztes Jahr wäre ja eigentlich das perfekte Timing gewesen – mit dem French-Open-Sieg in der Tasche… “

Mies: „Das ist einfach richtig bitter gewesen. Wir waren letztes Jahr so gut drauf vor meiner Verletzung, wir haben den French-Open-Titel verteidigen können. Damit hätten wir niemals mit gerechnet. Und dann wäre letztes Jahr noch Olympia gewesen, zu einem perfekten Zeitpunkt.“

SPORT BILD: „2019 und 2020 haben Sie die French Open gewonnen. Einmal ganz normal mit Publikum, einmal unter Corona-Bedingungen. Wie groß ist der Unterschied?“

Mies: „Das sind wirklich zwei verschiedene Welten. 2019 haben wir im Finale gegen zwei Franzosen gewonnen, die hatten Heimspiel. Es waren 10.000 Zuschauer da, ich glaube nur 50 Leute waren für uns. Wir haben uns in einen Rausch gespielt, das war Wahnsinn. 2020 war‘s dann aufgrund der Verschiebung so kalt und nass, wir haben in langen Sachen trainiert. Es waren ganz andere Bedingungen, es war sehr ruhig. Aber man konnte sich durch die Wochen und Monate davor schon daran gewöhnen.“

Vergrößern Oktober 2020: Krawietz (l.) und Mies gewinnen zum zweiten Mal hintereinander die French Open Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

SPORT BILD: „Ist der Titel 2019 gefühlt wertvoller, weil man das mit Fans vor Ort teilen konnte?“

Mies: „Die Titel sind gleich viel wert, auch wenn sie unter ganz anderen Bedingungen stattgefunden haben. 2019 haben wir mit 56 Mann danach noch Paris unsicher gemacht, das war super. 2020 haben wir dann nur im Team im Hotel gegessen, haben das Spiel in der Wiederholung noch mal auf Leinwand gesehen und sind früh ins Bett gegangen. Beide Titel waren besonders.“

SPORT BILD: „Es gibt viel Kritik an den Olympischen Spielen. Es gibt sogar Menschen, die sagen, dass die Sportler die Spiele boykottieren sollen. Kann man die Kritik verstehen?“

Mies: „Ich kann das natürlich verstehen. Ich kann auch die Japaner verstehen, dass sie niemanden so wirklich reinlassen wollen. Es ist ein zweischneidiges Schwert, diese Spiele. Ich kann die Kritik an den Spielen verstehen, es sind einfach keine einfachen Bedingungen aktuell. Aber wir Sportler entscheiden das ja nicht. Wir freuen uns ja alle einfach nur, für unser Land antreten zu können.“

Vergrößern Training ja, Olympia nein: Andreas Mies versucht nach seiner Verletzung wieder zu alter Stärke zu finden Foto: Lisa de Ruiter

SPORT BILD: „Tennis ist ein Liebhaber-Sport geworden, Fußball ist die Macht in Deutschland. Gerade die Tennis-Doppel laufen ja gerne unter dem Radar… Ist es für einen selbst manchmal unfair, dass einem Doppelspieler so wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird?“

Mies: „Den Gedanken habe ich nie gehabt, dass es irgendwie unfair ist. Fußball ist Deutschland einfach die Nummer 1, wir sind ja auch Fußball-Fans. Es ist aber schade, dass wir wenig Aufmerksamkeit bekommen. Wir Tennisspieler und wir Doppelspieler stecken so extrem viel Arbeit darein, um diese Titel zu holen. Wir machen das aber ja nicht wegen der Aufmerksamkeit, sondern für uns, für unseren Sport. Weil es unsere Leidenschaft ist. Aber klar: Es gibt dann mit Sicherheit viele Leute, die schauen sich die Doppel von Einzelspielern an, weil sie die eben kennen. Und das, obwohl das Doppel oft nicht gut ist (lacht).“

SPORT BILD: „Ihre Mission?“

Mies: „Wir wollen durch unser Spiel und unsere Titel das Doppel in Deutschland populär machen. Und Werbung für den Tennissport machen.“

SPORT BILD: „Deutschland bester Tennis-Einzelspieler ist Alexander Zverev. Letztes Jahr ist er im US-Open-Finale knapp gescheitert. Man hat das Gefühl, dass immer noch ein bisschen fehlt bei ihm. Wann ist er reif für einen Grand-Slam-Titel?“

Mies: „Er ist so knapp dran gewesen gegen Thiem. Ich glaube, dass er in den nächsten ein bis zwei Jahren einen Titel holen wird. Ich glaube, es werden die Australian Open 2022. Dann ist er soweit. Das wird sein erster Titel, das tippe ich.“

SPORT BILD: „Viele Deutsche können sich mit Zverev gar nicht identifizieren. Warum ist das so?“

Mies: „Schwierig das als Teamkollege und Kumpel einzuschätzen. Wir verstehen uns super, haben ein gutes Verhältnis. Es ist schwierig zu sagen, warum manche Menschen das so sehen.“

Vergrößern BILD-Reporterin Lisa de Ruiter (r.) traf Andreas Mies im Robinson Jandia Playa auf Fuerteventura Foto: Lisa de Ruiter

SPORT BILD: „Fehlt ihm mental vielleicht etwas?“

Mies: „Er ist relativ jung, ist 24. Mit 19 Jahren hat er schon Erfolge gefeiert. Er wird immer reifer, es ist nur eine Frage der Zeit, bis er die ganz großen Siege holt. Und er hat ja in London schon gezeigt, dass er es kann. Er wird mental meiner Meinung nach immer stärker. Und seine Gegner, das muss man auch mal sagen, sind einfach auch brutal.“

SPORT BILD: „Wir leben ja in einer wahnsinnigen Tennis-Generation mit Federer, Nadal und Djokovic. Wer ist ihr persönlicher Lieblingsspieler?“

Mies: „Das ist Federer, schon immer gewesen. Seit ich klein bin ist Federer immer schonmein Idol. Und wir haben ja die Ehre, dass wir ihn auch auf der Tour öfter mal sehen und dann mit ihm Smalltalk machen können. Das ist so toll, ihn live zu erleben. Und er hat uns sogar zum Titel gratuliert. Da hab ich mich natürlich sehr gefreut.“

SPORT BILD: „Gratulieren darf man Ihnen ja auch abseits des Platzes – oder?“

Mies: „Ja, ich habe mich mit meiner Freundin verlobt und wir werden – sofern Corona es zulässt – im September heiraten.“

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SPORT BILD: „Viel Privates sieht man ja nicht von Ihnen…“

Mies: „Das ein oder andere Foto mal aus dem Urlaub. Aber überwiegend Tennis. Mein Privatleben schütze ich da gerne.“

SPORT BILD: „Letztes Jahr kam ein Liebes-Gerücht auf, dass Sie mit der TV-Moderatorin Jana Azizi liiert seien. Es tauchten auch Fotos auf, die danach wieder gelöscht wurden.“

Mies: „Das will ich lieber unkommentiert lassen. Ich bin mit meiner Freundin sehr glücklich und freue mich auf die Zukunft mit ihr.“

„Mit lieb und nett sein kommt HR nicht weit“

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Janina Kugel: Ich selbst würde mich nie so bezeichnen. Aber ich bin schon eine Person, die sich mit dem Status quo nicht zufriedengibt. Meine Haltung ist: Wir können immer von anderen lernen, vor allem aus anderen Ländern. Eine rebellische Komponente wurde mir eigentlich immer nur von anderen zugeschrieben. Das globale HR-Café beispielsweise, das wir damals ins Leben gerufen haben, um die HR-Transformation den Zigtausend Menschen aus den Personalabteilungen näherzubringen, erscheint heute im Zeitalter von Videokonferenzen vielleicht wie simple Normalität. Aber damals war dieses Format für viele im Konzern visionär.

Sie hat den Industrieriesen Siemens durch Restrukturierungen navigiert, eine Pride Community aufgebaut, für flexible Arbeitsstrukturen gekämpft und den tradierten Dresscode infrage gestellt. Janina Kugel war jahrelang als Personalvorständin für rund 370.000 Menschen zuständig. 2020 verließ sie den Konzern, arbeitet nun als Aufsichtsrätin und Beraterin und hat ein Buch geschrieben. Ein Gespräch über Widerstand, Advanced Leadership und Tanzen auf dem Hügel

Das rebellische Potenzial einer Idee hängt auch davon ab, in welchem Kontext man sich bewegt. In Ihrer Vorstandszeit bot sogar einmal eine Jeans Anlass für Diskussionen.

Ich habe damals gar nicht gewusst, dass es ein Thema werden würde, wenn ich als Vorständin eine Jeans trage. Als ich merkte, dass dies ein Sinnbild von Veränderung wurde, war klar, dass ich sie wieder anziehen werde. Das Beispiel zeigt auch, wie wichtig es ist, so viele verschiedene Menschen wie möglich in einem Team zu haben, damit auch mit altbackenen Traditionen gebrochen wird.

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser sagt im aktuellen Buch von Fränzi Kühne Was Männer nie gefragt werden, er habe fünf Jahre dafür gebraucht, das berühmte Siemens-Casual abzuschaffen. Die Tradition, grauer Anzug, weißes Hemd, ohne Krawatte, habe sich auch gehalten, als sie ausdrücklich keine offizielle Direktive mehr war.

Mir war damals wichtig, dass die Botschaft lautet: Die formale Businesskleidung kann natürlich weiterhin getragen werden, aber jene, die es anders machen wollen, sollen das auch dürfen. Kleider erzeugen Bilder, und Bilder erzeugen Role Models. Siemens hat damals viel darüber gesprochen, dass es auch ein IT-Unternehmen ist. Wenn ein Unternehmen sagen will: Wir sind hip und offen für alle Menschen, und dann tragen alle Männer Zweireiher mit Krawatte, ist das die falsche Bildsprache.

Wie rebellisch kann HR sein?

In diesem Zusammenhang muss ich innerlich immer etwas grinsen. Viele verstehen unter Rebellentum, dass sie gegen etwas sind. Wenn wir jedoch etwas verändern wollen, brauchen wir zwar rebellische und innovative Gedanken, aber wir müssen gleichermaßen in der Lage sein, die Systeme zu bespielen, die Regeln zu kennen und die Menschen mitzunehmen. Am Rand zu stehen und zu rufen: „Ich will alles anders“, das funktioniert nicht.

Sie arbeiten mittlerweile als Aufsichtsrätin und Senior Advisorin und haben das Buch It’s now geschrieben. Darin heißt es, Sie könnten für einige Funktionen im HR-Bereich die nächsten 18 Monate skizzieren und voraussagen, welche Skills notwendig sein werden. Was sollte HR künftig im Blick haben?

Natürlich habe ich keine Glaskugel in der Hand, aber es gibt schon Dinge, die sich klar abzeichnen. HR-Verantwortliche sollten definitiv Wissen über das Funktionieren von Algorithmen haben. Der HR-Chatbot Carl, der bei Siemens 2017 bei einer unserer globalen Siemens-HR-Konferenz erfunden wurde, zeigt, wie ein Bot HR entlasten kann, indem er die Beantwortung von Standardfragen übernimmt. Je mehr unterschiedliche Anfragen gestellt werden, desto mehr lernt er. Apropos Lernen: HR muss Führungskräfte und Beschäftigte darin unterstützen herauszufinden, welche Fähigkeiten sie auch über ihren eigenen Job hinaus haben, und dann passende Weiterbildungsangebote finden. Ability-Tests können dabei helfen. Ein dritter Punkt ist das Recruiting, der Fachkräftemangel kommt ganz sicher. Da muss HR wissen: Was sind die neuesten Tools und Plattformen? Wie vernetze ich mich mit den Communitys, die vielleicht mein künftiger Talentpool sind? Wie bleibe ich mit den Menschen aus meiner Datenbank in Kontakt für künftige Jobs?

Wie weit ist HR, was diese Themen betrifft?

Wenn ein Prozess nicht die gewünschten Ergebnisse bringt, neigen so manche in der HR dazu, einen neuen Prozess zu definieren oder ein neues Tool zu implementieren, statt die Ursachen herauszufinden: Liegen diese wirklich am Prozess oder an den Menschen? Nehmen wir mal das Thema Performance Management: Mal sind alle gegen das jährliche Gespräch, dann soll es wieder drei Mal im Jahr geführt werden, mal ist Push, mal Pull Feed­back im Trend. Ich habe das selbst oft genug durchlebt. Aber liegt die grundsätzliche Problematik des Performance Managements nicht einzig und allein bei der Führungskraft: ob sie in der Lage ist, regelmäßig Feedback zu geben und auch entgegenzunehmen? Und besitzen die Führungskräfte überhaupt die Fähigkeit, zu führen? Denn wenn sie diese nicht haben, können Sie den Prozess drei Mal neu definieren, es wird nicht besser. Aber die Qualität von Führung zu verbessern, ist natürlich ungleich schwieriger.

Warum scheuen sich Menschen vor Feedback?

Die Frage ist, wie häufig und auf welche Art Menschen in ihrem Leben Feed­back bekommen haben – von ihren Eltern, in der Schule, im Beruf. Feedback zu geben und Feedback zu erhalten muss gelernt sein, damit es motiviert, aber es dennoch Hinweise zu Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Dann kommt hinzu, dass wir hierzulande großartig darin sind, Prozesse zu etablieren, Aufgaben effizient und sauber abzuarbeiten. Alles muss optimal laufen – das hat uns auch so stark gemacht in den letzten Dekaden. Das Was unserer Arbeit ist also meist beschrieben, aber das Wie ist eine andere Baustelle. Die Arbeitswelt wird allerdings zunehmend schneller und komplexer, wir müssen also auch auf eine unbekannte Situation schnell und flexibel reagieren können. Das erfordert viel mehr Absprachen als in eingefahrenen Prozessen.

Wie können Personalerinnen und HRler das ändern?

Führung ist in erster Linie Aufgabe der Führungskräfte. Die Herausforderungen sollten wir nicht in den KPIs suchen, sondern in dem Verhalten von Menschen. Und HR darf sich nicht als die Exekutive von Business-Entscheidungen verstehen, sondern sollte sich als der Bereich definieren, der am besten weiß, welche People Strategy nötig ist, und diese dann umsetzen. HR muss also auch visionär denken, Menschen im Team haben, die sich damit auskennen und die nicht nur verwalten und abarbeiten – auch wenn das traditionell immer noch oft gewünscht ist.

Wie lautet Ihr persönlicher Tipp?

Für Veränderungen sollten Sie sich Verbündete aus dem Geschäft suchen und Dinge erst mal im Kleinen ausprobieren, in Bereichen, die offen sind für Neues. Mit lieb und nett sein treibt man keine Veränderungen, so kommt HR nicht weit. Mein Credo lautet: HR-Verantwortliche müssen respektiert werden für ihre Entscheidungen, auch wenn sie dafür nicht immer geliebt werden.

Wie sich das anfühlte, erlebten Sie als Chief Diversity Officer bei Siemens. Sie organisierten eine Pride Community im Unternehmen und einen Truck auf dem Straßenumzug anlässlich des Christopher Street Days. Ein Mitarbeiter aus Ihrem Team war tagelang mit wütenden Mails und Anrufen von intern wie extern beschäftigt. Wie sind Sie strategisch mit dem Widerstand umgegangen?

Immer wenn wir etwas Neues tun wollen, haben wir jene, die es gutheißen, und jene, die offen oder verdeckt meckern und versuchen, Sie auszuschalten. Sie müssen wissen und planen, dass das passiert, und sich darauf vorbereiten. Sie müssen Antworten auf diese Einwände haben und Sie brauchen Verbündete. Die größten Feinde und Kritikerinnen müssen Sie immer im Blick haben. Das erste Totschlagargument war damals: Wir können jetzt nicht mitten in der Restrukturierung auf dem Christopher Street Day mitmarschieren!

Was haben Sie entgegnet?

Wir restrukturieren doch nicht alle Mitarbeitende, sondern in bestimmten Bereichen. Für alle anderen geht es normal weiter, und wir müssen weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber bleiben. Ich hatte mich vorab auch mit dem Betriebsrat, der Gewerkschaft und natürlich auch mit Joe Kaeser abgestimmt, das war wichtig, da wirklich auf allen Ebenen der Shitstorm tobte. Ich habe Joe auch vorgewarnt, dass es Ärger geben wird, aber wir waren uns einig, dass wir es trotzdem tun wollten.

Wie haben Sie sich mental auf den Widerstand eingestimmt?

Das war nicht das erste Mal, dass ich Widerstand erfahren habe. Mein Credo lautet: Leadership by Dancing. Wenn Sie da oben auf dem Hügel tanzen, brauchen Sie grundsätzlich Menschen, die irgendwann auch mittanzen. Wenn mir wirklich niemand von den damals 370.000 Siemens-Angestellten gespiegelt hätte, dass das eine gute Idee ist, dann hätte ich das Projekt CSD-Truck auch nicht umgesetzt. Diejenigen, die mittanzen wollen, brauchen immer jemanden, der oder die als Erstes damit beginnt. Das war in dem Fall ich mit einem tollen Team.

Sie spielen auf das Video First Follower: Leadership Lessons from Dancing Guy an, auf dem ein Mann auf einem Hügel zu tanzen beginnt und innerhalb weniger Minuten die ganze Menge mitmacht. Das Video hat über 6,5 Millionen Aufrufe.

Genau. Und die Zeit, die es im Video braucht, bis der Tänzer seinen ersten Follower hat, ist im realen Leben natürlich irrsinnig lang. Aber irgendwann ging es los, dass die Menschen aus den Standorten uns als Diversity-Team geflutet haben mit glücklichen Bildern von der Parade; und im Verlauf der Jahre haben auch immer mehr Standorte die Regenbogenflagge zum Pride Day gehisst. Ohne die Affiliate-Netzwerke und ihre Allys wäre das alles nicht gegangen.

Wie haben Sie die Person gefunden, die die Pride Community im Unternehmen startete?

Ich kannte damals niemanden, der geoutet homosexuell war. Ich habe aber eine Freundin, die offiziell nicht geoutet war, die ich aber fragte, ob sie mir eine Person empfehlen kann, die darauf Lust hätte. Nach einer Woche hatte ich unzählige Menschen, die mitmachen wollten und sagten: Hier sind wir, wie geht es weiter? Immer mehr Menschen haben sich unternehmensintern geoutet, und auch die Kundinnen und Kunden fanden es gut. Wenn wir tanzen, müssen wir immer auf die gucken, die mit uns tanzen, nicht auf jene, die sich nicht bewegen.

Wofür sollten HR-Verantwortliche in der aktuellen Corona-Lage sinnbildlich auf dem Hügel tanzen?

Erstens wünsche ich mir eine ernsthafte Diskussion darüber, was wirklich funktioniert hat und in welchen Momenten Homeoffice nicht gut war. Homeoffice wurde früher eher personenbezogen eingesetzt wie beispielsweise für Eltern oder vereinzelte Millennials oder Menschen mit Einschränkungen. Wir sollten die Möglichkeiten jedoch stellenbezogen nutzen. Im Serviceteam muss sicherlich immer jemand da sein, aber doch nicht alle gleichzeitig. Viele haben die Hotlines hervorragend von zu Hause aus bedient. Zweitens braucht es eine Regel als Basis, zum Beispiel: zwei Tage Homeoffice, drei Tage Büro. Das ist wichtig für alle, die Führungskräfte haben, die ihre Teams wieder ins Büro zitieren wollen. So können Unternehmen klar vorgeben: Nein, wir gehen nicht wieder 100 Prozent zu dem zurück, was vorher war. Und natürlich lassen sich durch weniger Bürofläche auch Kosten einsparen. Aber wenn das gleichzeitig mehr Flexibilität bietet, passt das gut zusammen. Es sind eh niemals alle anwesend, außer zur Weihnachtsfeier, sage ich immer scherzhaft. Also bietet es sich an, flexible Bürostrukturen zu etablieren.

Im Buch fordern Sie auch eine Novellierung des Arbeitszeitgesetzes.

Allerdings, die EU-Richtlinien zu Arbeitszeit und -pausen sollten endlich einmal in nationales Recht überführt werden. Unternehmen können aber auch jetzt schon festlegen: Wenn meine Leute die 40 Stunden schon nach vier Tagen erledigt und vor allem die erwarteten Ergebnisse erreicht haben, dann ist es doch gut. Dann ist Freitag eben frei. Freiraum ist möglich, ohne dass der Betrieb zum Erliegen kommt.

Ich würde gern das Gedankenspiel, das Sie im Buch anbieten, einmal mit Ihnen durchführen. Wenn Sie die Augen schließen und sich die beste Führungskraft in Ihrer Karriere vorstellen. Wen sehen Sie?

Ich sehe ganz unterschiedliche Personen, die mir alle das gegeben haben, was ich persönlich brauchte: Sie haben mich gestalten lassen, mir vertraut und mir immer Rückendeckung gegeben, wenn es brenzlig wurde. Ich hatte aber auch schon Führungskräfte, von denen ich wusste, wenn der Wind sich dreht, sind sie weg und ich stehe im Sturm.

Sie wurden in Ihrer Karriere auch schon angeschrien von Chefs. Wie sind Sie damit umgegangen?

Anschreien ist immer inakzeptabel und leider habe ich kein Allgemeinrezept. Mir half stets das Wissen, dass die meisten dann schreien, wenn sie selbst in Bedrängnis sind. Ich habe auch schon erwidert: „Passen Sie auf, wir müssen das nicht heute klären.“ Und bin gegangen. Oder ich habe danach das Gespräch außerhalb der Eskalation gesucht.

Sie gehen regelmäßig laufen, im Lockdown einmal sogar 18 Kilometer, weil Sie wütend waren. Worüber hatten Sie sich so geärgert?

Ich war im Homeeverything gefangen. Eigentlich hatte ich nach all den Jahren eine dreimonatige Auszeit eingeplant und fand mich plötzlich in einer Rolle, in der ich nie sein wollte. Ich war Vollzeit zu Hause und für alles zuständig. Das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau, aber bringt mich auch zu einem wichtigen Punkt über das Zusammenspiel von Arbeit, Leben und Führen. Ich glaube, dass die zufriedensten Menschen diejenigen sind, die eine Balance im Leben haben. Wir sollten uns alle fragen, was sind meine fünf wichtigsten Kriterien, damit ich sagen kann: „Mein Leben ist gut.“ Wenn dann eines oder zwei wegfallen, kommen wir weiterhin klar.

Wie lauten Ihre fünf Punkte?

Für mich sind das meine Liebsten, die Zufriedenheit in meiner Arbeit, Sport, meine Freundinnen und Zeit zum Lesen.

Wie haben Sie beim Recruiting herausgefunden, ob Menschen diesen Willen zum Glück haben?

Eigentlich frage ich immer gern, was die Leute auch außerhalb der Arbeit machen. Da bekommt man schon einen guten Eindruck davon, wie balanciert ein Leben ist. Was aber noch viel wichtiger ist als diese Frage: Wir brauchen Führungskräfte, die regelmäßig zu ihren emsigen Teammitgliedern sagen: Los, geh jetzt heim und mach was Schönes!

Zur Gesprächspartnerin: